Entwicklung der Bevölkerung
Was trägt zum Wachstum der Bevölkerung in Wittenbach? Geburtenüberschusses oder das Wanderungssaldos?
Analyse
Innerhalb von 44 Jahren – von 1981 bis 2024 – ist der Geburtenüberschuss kontinuierlich und deutlich zurückgegangen, während die Zuzüge eine gegenläufige Entwicklung genommen haben. Insgesamt hat sich der Geburtenüberschuss um etwa das 27-Fache verringert, während die Einwanderung stetig zugenommen hat.
In den 1980er Jahren überstieg die Zahl der Geburten die Sterbefälle deutlich, mit einem durchschnittlichen Überschuss von 91 Personen pro Jahr. Der Geburtenüberschuss war damals der entscheidende Faktor für das Bevölkerungswachstum. Im Zeitraum 2020–2024 ist dieser Wert hingegen auf durchschnittlich nur noch 3,4 Personen pro Jahr gesunken und trägt damit kaum noch zum Bevölkerungswachstum bei. Es ist gut möglich, dass der Geburtenüberschuss in den kommenden Jahren negativ wird.
In den 1980er Jahren war die Wanderungsbilanz (Zuzüge minus Wegzüge) hingegen negativ, das heißt, es gab mehr Wegzüge als Zuzüge. Sie lag im Durchschnitt bei –34 Personen pro Jahr.
Im Zeitraum 2020–2024 erreichte die Wanderungsbilanz mit einem durchschnittlichen Jahreswert von 73 Personen ihren Höchststand. Die Zuwanderung hat sich damit zum bestimmenden Faktor für das Bevölkerungswachstum in der Gemeinde entwickelt.
Geburtenüberschüsse (Anzahl Menschen). Durchschnitt pro 1000 Menschen & Dekade
Wanderungssaldo (Anzahl Menschen). Durchschnitt pro Dekade & 1000 Menschen
Verhältnisse Geburtenüberschüsse & Wandeungssaldi zum Bevölkerungswachstum pro Dekade
Quelle: Die aufgeführten Zahlen und Diagramme basieren auf der Verarbeitung von Daten, die auf der offiziellen Website des Kantons St. Gallen (https://stada2.sg.ch/) veröffentlicht wurden.
Bevölkerungsdichte
Bevölkerungsdichte (Anzahl ständige BevöLkerung / km2)
Durchschnitt pro Dekade
Analyse
In allen Gemeinden rund um Wittenbach nimmt die Bevölkerungsdichte zu. Das bedeutet, dass sich die Siedlungsflächen zunehmend ausdehnen. Gleichzeitig kommen die Menschen immer seltener mit Grünräumen in Kontakt. Insbesondere für Kinder und Jugendliche stehen weniger Flächen zur Verfügung, auf denen sie sich frei und geschützt vom Verkehr aufhalten und spielen können.
Verdichtung braucht Freiräume!
Viele Städte versuchen heute, innerhalb ihrer bestehenden Grenzen wieder Grünflächen zu schaffen – ein Vorhaben, das sich oft als aufwendig und kostenintensiv erweist. Wird in den Gemeinden am Stadtrand nicht frühzeitig auf den Erhalt ausreichender Grünräume geachtet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Verdichtung auch dort bestehende Probleme verschärft. Dazu zählen unter anderem Verkehrsbelastung, steigende soziale Spannungen, ein wachsender Verwaltungsaufwand sowie die zunehmende Marginalisierung einzelner Bevölkerungsgruppen. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen wie die Erwärmung von Siedlungsgebieten, Luft- und Lärmbelastung sowie erhöhter sozialer Stress.
Mit einer aktuellen durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von rund 800 Einwohnern pro km² erreicht Wittenbach bereits fast die Hälfte der Bevölkerungsdichte der Stadt St. Gallen Ende der 1990er Jahre. In den Gemeinden Berg, Gaiserwald, Mörschwil, Waldkirch und Wittenbach ist die Bevölkerung im Zeitraum von 1997 bis 2024 prozentual sehr ähnlich gewachsen. In Häggenschwil fiel das Wachstum sogar deutlich stärker aus als in Wittenbach. Dies wird auch im folgenden Diagramm ersichtlich.
Bevölkerungsdichte (Anzahl Mensch/km2). Durrchschnitt pro Dekade
Entwicklung der Bevölkerungsdichte. Durchschnitt für den Zeitraum 1997-2024
Kommentare
Die Verdichtung in Wittenbach wirkt somit kaum als Bremse für das Bevölkerungswachstum in umliegenden Gemeinden wie Berg, Häggenschwil oder Waldkirch. Die Annahme, dass eine stärkere Verdichtung Wittenbachs verhindern könnte, dass Menschen in Nachbargemeinden abwandern, erweist sich daher als wenig überzeugend.
Vielmehr greift diese Argumentation zu kurz, wenn Verdichtung nicht gleichzeitig mit einer Steigerung der Lebensqualität einhergeht. In den letzten Jahren ist vermehrt zu beobachten, dass Menschen Wittenbach verlassen und in Nachbargemeinden ziehen, um dort mehr Ruhe und bessere Zugänge zu Grünräumen zu finden.
Quelle: Die aufgeführten Zahlen und Diagramme basieren auf der Verarbeitung von Daten, die auf der offiziellen Website des Kantons St. Gallen (https://stada2.sg.ch/) veröffentlicht wurden.
Entwicklung des Steuerfusses
Rangentwicklung von Wittenbach
Im Jahr 1998 lag Wittenbach mit einem Wert von 148 auf dem zweitbesten Platz. Im Jahr 2025 belegte Wittenbach mit 130 Punkten den vorletzten Rang (Platz 6).
Entwicklung des Steuerfusses 1998–2025
Entwicklung des Steuerfusses
Prozentual haben Wittenbach und die Stadt St. Gallen ihren Steuerfuss seit 1998 am wenigsten gesenkt (jeweils rund 12 %).
Entwicklung des Steuerfusses: Durchschnitt pro Dekade; Basis bildet der Durchschnitt der Jahre 1998 und 1999.
Vergleich der Steuerkraft
Im Jahr 1998 lag Wittenbach mit einer Steuerkraft von Fr. 1'620 im Mittelfeld. Im Jahr 2024 befand sich Wittenbach mit Fr. 2'188 zusammen mit Häggenschwil auf dem letzten Platz.
Vergleich der Steuerkraft (absolute Werte)
Entwicklung der Steuerkraft
Prozentual ist die Steuerkraft in Wittenbach seit 1998 mit knapp über 30 % am wenigsten gestiegen. Sie nahm damit sogar weniger stark zu als in der Stadt St. Gallen (+47 %).
Entwicklung der Steuerkraft (%) pro Dekade: Basis bildet der Durchschnitt der Jahre 1995–1999.
Quelle: Die aufgeführten Zahlen und Diagramme basieren auf der Verarbeitung von Daten, die auf der offiziellen Website des Kantons St. Gallen (https://stada2.sg.ch/) veröffentlicht wurden.
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